2026-03-24

Urban mining – ein zweites Leben für Aluminium in der modernen Architektur

Urban mining – ein zweites Leben für Aluminium in der modernen Architektur

Urban Mining verändert grundlegend die Art und Weise, wie die Bauwirtschaft Materialien gewinnt. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass bereits errichtete Gebäude eine wertvolle Rohstoffquelle darstellen. Jedes Objekt, das abgerissen oder saniert wird, birgt ein erhebliches Potenzial zur Wiederverwendung. Aluprof setzt diesen Ansatz aktiv um, indem Aluminiumprofile aus recyceltem Material hergestellt werden. Dadurch werden nicht nur Produktionskosten optimiert, sondern auch der CO₂-Fußabdruck der angebotenen Lösungen deutlich reduziert.

Kreislaufwirtschaft in der Architektur

Urban Mining geht weit über das klassische Verständnis von Recycling hinaus. Es handelt sich um einen technologisch getriebenen Prozess, der das Prinzip der Kreislaufwirtschaft auf Phasen des Produktlebenszyklus ausweitet, die bislang häufig vernachlässigt wurden – vom Ende der Nutzungsdauer bis hin zur finalen Wiederverwertung. Angesichts schwindender natürlicher Ressourcen wird der Übergang von einem linearen Modell nach dem Prinzip „nehmen–produzieren–entsorgen“ hin zu einer Kreislaufwirtschaft zur Notwendigkeit.

Laut dem Deloitte-Bericht „Vom Rohstoff zum Rohstoff“ machen Bau- und Abbruchabfälle nahezu 40 % des gesamten Abfallaufkommens in der Europäischen Union aus. Urban Mining verändert die Denkweise in der modernen Architektur und im Bauwesen und ermöglicht es Herstellern zugleich, die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte zu steigern. Aluprof verfolgt seit Jahren konsequent einen nachhaltigen Ansatz im Umgang mit Ressourcen, mit besonderem Fokus auf die maximale Nutzung von recyceltem Aluminium.

In modernen Bauprozessen ist nicht nur die eingesetzte Technologie entscheidend, sondern auch die bewusste Auswahl der verwendeten Materialien. Aluminium zeichnet sich durch außergewöhnliche Eigenschaften aus: Es verliert auch nach wiederholten Recyclingzyklen nicht seine technischen Parameter. Es kann unbegrenzt eingeschmolzen werden, ohne an Qualität einzubüßen.

Im Bauprozess ist nicht nur entscheidend, wie wir bauen, sondern vor allem, welche Materialien wir einsetzen. Bis zu 75 % des jemals produzierten Aluminiums befinden sich weiterhin im Umlauf, da es in aufeinanderfolgenden Recyclingzyklen seine Eigenschaften nicht verliert. Es kann immer wieder eingeschmolzen werden und behält dabei seine volle Qualität. Produkte von Aluprof aus recyceltem Aluminium erfüllen exakt die gleichen Standards wie Produkte aus Primäraluminium.“ – Aleksandra Baksik, Sustainable Development Manager, Aluprof SA

Ökologische und wirtschaftliche Vorteile des Aluminiumrecyclings

Die praktische Dimension von Urban Mining zeigt sich deutlich in den Produktionsprozessen. Moderne, energieeffiziente Aluminiumprofile, die Aluprof für die Herstellung fortschrittlicher Fenster- und Türsysteme sowie von Sonnenschutzsystemen einsetzt, werden in der spezialisierten Gießerei der Grupa Kęty produziert. Aufgrund ihrer Produktionskapazität zählt diese Anlage zu den größten und modernsten Aluminiumrecyclingzentren in Polen. Die Zahlen allein für das Jahr 2025 sind beeindruckend: In der Gießerei wurden insgesamt 36.629 Tonnen Aluminiumschrott eingeschmolzen.

Die Vorteile der Wiederverwendung dieses Metalls sind vielfältig und umfassen sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Aspekte.

Für uns ist Aluminiumrecycling nicht nur ein Umweltaspekt, sondern ein klarer wirtschaftlicher Vorteil. Die Sekundäraluminiumproduktion benötigt lediglich 5 % der Energie, die für die Herstellung von Primäraluminium erforderlich ist. Sie reduziert den Wasserverbrauch um 95 % und verringert Staub- und gasförmige Emissionen um 90 %. Das wirkt sich direkt auf Kosten und Wettbewerbsfähigkeit aus.“ – Maciej Budziński, Direktor für Umweltpolitik, Grupa Kęty SA

Die Beschaffung von Sekundärrohstoffen bei der Grupa Kęty basiert auf zwei zentralen Säulen. Die erste ist Post-Consumer-Schrott, also Material aus Produkten, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben (z. B. aus dem Rückbau von Fassaden oder ausgedienten Fenstersystemen). Die zweite Quelle ist Pre-Consumer-Schrott, der Produktionsabfälle und Überschüsse umfasst, die bei fortschrittlichen Fertigungsprozessen von Aluminiumkomponenten und -konstruktionen entstehen.

Um die höchste Qualität des Endprodukts sicherzustellen, wurden strenge Kontrollverfahren bei der Beschaffung des Schrotts eingeführt. Dadurch gelangt ausschließlich sauberes Aluminium ohne Verunreinigungen, die die Legierungseigenschaften beeinträchtigen könnten, in die Schmelzöfen.

CO₂-arme Aluminiumprofile für nachhaltiges Bauen

Recycelter Aluminiumschrott erhält ein neues Leben in Form innovativer Produkte, die den globalen Trends der Kreislaufwirtschaft entsprechen. Damit wird auf die dynamisch wachsenden Anforderungen des Marktes im Bereich des nachhaltigen Bauens reagiert. Um den Erwartungen von Architekten sowie Entwicklern und privaten Bauherren gerecht zu werden, hat Aluprof ein spezialisiertes Portfolio an Aluminiumprofilen entwickelt, bei dem besonderer Wert auf Emissionsparameter und einen hohen Anteil an recyceltem Aluminium gelegt wird.

Innerhalb dieser Produktlinie stehen zwei Hauptvarianten zur Verfügung:

  • Ultra Low Carbon – ultra-niedrigemissionsfähige Bolzen (1,24 eCO₂/kg), mit 85 % Post-Consumer-Recyclingaluminium
  • Low Carbon  – niedrigemissionsfähige Bolzen (2,9 eCO₂/kg im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 6,6 eCO₂), mit 65 % recyceltem Aluminium

Der Einsatz von Low Carbon- und Ultra Low Carbon-Lösungen in architektonischen Projekten ermöglicht es Entwicklern und privaten Bauherren, den gesamten CO₂-Fußabdruck neuer Gebäude deutlich zu reduzieren. Dies stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität im Bauwesen dar.

Architektur mit Verantwortung

Trotz eines wachsenden Umweltbewusstseins werden weltweit nur etwa 20 % der im Bauwesen anfallenden Abfälle recycelt. Aluprof begegnet dieser Herausforderung durch die Einführung innovativer technologischer Lösungen zur Optimierung der eigenen Produktionsprozesse und fördert zugleich aktiv die Idee des Urban Mining durch eine enge Zusammenarbeit mit der Architektenschaft.

Ein Beispiel für dieses Engagement ist das Projekt der neuen Fassade des Hauptsitzes des Unternehmens in Bielsko-Biała. Das architektonische Konzept wurde von Przemo Łukasik vom renommierten Büro Medusa Group entwickelt. Die Besonderheit dieses Projekts liegt darin, dass die Fassade aus Aluminiumprofilen gefertigt wird, die aus Produktionsüberschüssen früherer Projekte stammen.

„Die Architektur der Zukunft muss durch Verantwortung und einen bewussten Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten geprägt sein. Der Einsatz recycelter Profile in diesem Projekt zeigt, dass wir bereit sind für ein Bauwesen, das nicht nur verbraucht, sondern auch seine eigene Materialgeschichte weiterverarbeitet. Urban Mining und die Wiederverwendung von Materialien haben eine ökologische, ästhetische und ethische Dimension. Sie geben uns Architekten Werkzeuge an die Hand, um hochwertigen Raum auf nachhaltigere Weise zu schaffen. Doch wie immer hängt nicht alles vom Architekten ab – es braucht auch einen Auftraggeber, der nicht nur Trends versteht, sondern auch die Vorteile erkennt, die ein solcher Ansatz für unseren gemeinsamen Planeten mit sich bringt.“ – Przemo Łukasik, Medusa Group

Das Material erhält so ein zweites Leben und wird nicht nur zu einem zentralen konstruktiven und visuellen Element der Fassade, sondern vor allem zu einem klaren Ausdruck der notwendigen Veränderungen in der Branche.

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